Sprung ins Ungewisse

Die Frauen des TV Lunkhofen starten in die neue Saison. Obwohl sie im vergangenen Jahr Rang 4 erreicht haben, bleiben die Kellerämterinnen bescheiden. «Ziel ist es vor allem, die jüngeren Spielerinnen in die Mannschaft zu integrieren», sagt Trainer Pascal Arnet.

In vielen Sportarten wird nach einem Aufstieg gerne vom «verflixten zweiten Jahr» gesprochen. In diesem zweiten Jahr soll alles schwerer sein – auch der Klassenerhalt. Bei den Frauen des TV Lunkhofen konnte davon keine Rede sein. In ihrer Premierensaison in der 1. Liga konnten sie sich erst in den Abstiegsspielen retten. In der vergangenen Spielzeit schafften sie es auf Rang 4 in ihrer Gruppe. «Ich glaube, dass wir wirklich sämtliche Erwartungen übertroffen haben», sagt Trainer Pascal Arnet. «Viele Spielerinnen haben sich deutlich besser entwickelt, als wir gedacht haben.»

Captain ist weg

An Rang 4 anzuknüpfen, wird allerdings schwierig. Mit Kerstin Gerber-Hagenbuch hat eine Leistungsträgerin und der langjährige Captain den TV Lunkhofen in Richtung Nationalliga-B-Aufsteiger Sursee verlassen. Auch Simona Hauri, die sich aktuell mehr auf Beachvolleyball fokussieren will, ist nicht mehr dabei. Dafür wurden mit Joyce Straub, Eline Abt und Aylin Klunker – die neu aus Basel kommt – mehrere junge Spielerinnen ins Team integriert. «Sie haben alle viel Potenzial», sagt Arnet. «Aber sie müssen sich erst an das Tempo in dieser Liga gewöhnen. Dafür wollen wir ihnen auch Zeit geben. Eline Abt ist beispielsweise erst 15 Jahre alt. Die Spielerinnen sind wirklich noch sehr jung.» Deshalb will sich der Trainer bei der Zielsetzung auch nicht auf einen Rang festlegen. Er möchte mit seinem Team vorne mitspielen und die neuen Spielerinnen so gut wie möglich fördern. «Lunkhofen ist kein Verein, der in der Breite sehr viele Spielerinnen hat. Deshalb wollen wir mit diesen Neuzugängen eine langfristige Basis schaffen, mit der das Team über mehrere Jahre in der 1. Liga spielen kann.»

Neue Unterstützung an der Linie

An der Seitenlinie erhält Arnet neue Unterstützung. In den ersten beiden Jahren in der 1. Liga waren Michael Studer und Thomas Abt seine Assistenten. Studer war dabei für die Videound Datenanalyse sowie Statistiken zuständig. Abt übernahm den mentalen Bereich. Neu ist Manuel Kaufmann Co-Trainer von Arnet. Kaufmann spielt selbst noch bei den «Lunki»-Männern in der 1. Liga. «Was den Aufwand betrifft, war es natürlich sehr angenehm, wenn wir die Arbeit auf drei Personen aufteilen konnten. Was die Kommunikation betrifft, ist vieles zu zweit einfacher», sagt Arnet. Allerdings wird gerade Studers aufwendige Arbeit mit den Daten fehlen. «Er war schon sehr engagiert. Wir werden auch weiterhin mit Video- und Datenanalyse arbeiten, aber Michael hat da sehr viel Zeit investiert. Es wird nicht einfach, wieder auf dieses Niveau zu kommen.»

Erschwerend kommt hinzu, dass fünf der elf Gegner in der Gruppe neu sind. Neben Sursee sind auch Baden, Spada Academia, Gordola und Stabio nicht mehr in der «Lunki»-Gruppe. Neu sind dafür Skål Team Volley Losone, Basel, Ebikon, der BTV Aarau und Limmattal. «Einen grossen Teil der Analysen aus der letzten Saison können wir nicht mehr verwenden, da wir viele neue Gegner haben. Dementsprechend kann ich auch die Stärke der Gruppe nicht einschätzen.»

Arnet: «Bellinzona ist eine Wundertüte»

Da Kaufmann selbst noch spielt, ist unklar, wie oft er an den Spielen der Kellerämterinnen dabei sein kann. Er wird aber sicher ein Training pro Woche leiten. «Ein Vorteil ist, dass er in der Mitte spielt. Ich war als Spieler eher auf den Aussenpositionen zu Hause. So bringen wir Wissen für mehrere Positionen mit», sagt Arnet.

Der TV Lunkhofen geht mit einer Prise Ungewissheit in die neue Saison. Das betrifft auch den ersten Gegner. Morgen Samstag, 16 Uhr, spielen die Lunkhoferinnen zu Hause gegen Bellinzona. Die Tessinerinnen haben auch ein Team in der Nationalliga B. «Sie sind immer wieder eine Wundertüte.

Man kann nie wissen, ob und wie stark sie das Team mit Spielerinnen aus der NLB verstärken.» Immerhin konnte «Lunki» in der vergangenen Saison auswärts einen 3:2-Sieg gegen Bellinzona feiern und verlor zu Hause nur knapp mit 2:3. Nach Rang 4 im letzten Jahr wäre Arnet diesmal auch mit einem Mittelfeldplatzzufrieden, solange die jungen Spielerinnen gut integriert werden können. «Ich bin optimistisch, aber auch geduldig.»